AGT-Projekt
Anti-Gewalt-Training
Gruppensitzungen
Respekt und Achtung
Das AGT-Projekt richtet sich an straffällig gewordene Personen, die im Rahmen der Bewährungshilfe ihre soziale Kompetenz und Selbstreflexion stärken sollen. Ziel ist es, aggressives Verhalten zu erkennen, zu verstehen und konstruktiv zu verändern.
Durch ein klar strukturiertes Curriculum, intensive Gruppenarbeit und praxisorientierte Methoden werden die Teilnehmenden dabei unterstützt, neue Wege im Umgang mit Konflikten zu entwickeln und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
Respekt und Achtung voreinander bilden die Grundlage für dieses Trainingsprogramm. Es legt besonderen Wert auf eine wertschätzende Gruppenatmosphäre, in der Offenheit, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung gefördert werden. Die Trainingsdauer beträgt fünf bis sechs Monate, wobei einmal pro Woche eine mehrstündige Gruppensitzung stattfindet. Ergänzend dazu können bei Bedarf Einzelgespräche geführt werden, um persönliche Themen zu vertiefen und individuelle Fortschritte zu reflektieren.
Ein zentrales Element des Trainings stellt der sogenannte „heiße Stuhl“ dar. In diesem Setting konfrontieren sich die Teilnehmenden mit ihrem eigenen Verhalten, ihren Einstellungen und den Konsequenzen ihres Handelns. Durch den direkten Austausch innerhalb der Gruppe lernen sie, Kritik anzunehmen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und alternative Sichtweisen zu entwickeln. Unterstützend hierzu werden sportliche Aktivitäten und verschiedene praxisorientierte Übungen eingesetzt, die den Beziehungsaufbau zwischen den Teilnehmenden und den Trainern fördern und zur Selbstreflexion anregen.
Das Training richtet sich an Probanden der Bewährungshilfe, die nach dem Erwachsenenstrafrecht wegen Körperverletzung vorbestraft sind. In begründeten Ausnahmefällen können auch Heranwachsende ab 20 Jahren teilnehmen, die noch nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) verurteilt wurden. Nach Möglichkeit sollte eine gerichtliche Weisung zur Teilnahme vorliegen. Wird das Training vorzeitig abgebrochen, wird der zuständige Richter umgehend informiert.
Inhaltlich orientiert sich das Programm an mehreren curricularen Schwerpunkten, die schrittweise erarbeitet werden:
- Analyse der Aggressivitätsauslöser
- Provokationstests
- Analyse von Ideal- und Realselbst
- Neutralisierungstechniken
- Opferkommunikation
- Aggressivität als Vorteil
- Subkulturanalyse
- Fragen zur strukturellen Gewalt, die die Aggressivität beim Probanden fördert
Ziel des Trainings ist es, die Teilnehmenden in ihrer Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung und Konfliktbewältigung zu stärken. Sie sollen lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, gewaltfreie Lösungsstrategien zu entwickeln und Rückfälle in gewaltausübendes Verhalten zu vermeiden. Langfristig trägt das Programm zur sozialen Stabilisierung und erfolgreichen Reintegration der Teilnehmer bei.
Ansprechpartner
Das Training wird durchgeführt
von den Antigewalttrainern:
Stefan Koch
Tel: 0203 / 30 526 – 34
E-Mail: stefan.koch@lg-duisburg.nrw.de
Zoran Kokotovic
Tel: 0203 / 30 526 – 35
E-Mail: zoran.kokotovic@lg-duisburg.nrw.de
Stefanie Lison
Tel: 0203 / 30 526 – 32
E-Mail: stefanie.lison@lg-duisburg.nrw.de
Marius Belina
Tel: 0203 / 30 526 – 33
E-Mail: marius.belina@lg-duisburg.nrw.de