Geldern-Projekt
Konfrontation
Konsequenzen aus Handlungen
Das Geldern-Projekt richtet sich an männliche Klienten der Bewährungs- und Jugendgerichtshilfe im Alter von 14 bis 25 Jahren, die bislang noch keine freiheitsentziehenden Maßnahmen erfahren haben, jedoch akut von der Verbüßung einer Jugend- oder Freiheitsstrafe bedroht sind.
Das Projekt verfolgt mehrere miteinander verknüpfte Ziele: Im Mittelpunkt steht die konkrete Auseinandersetzung mit den möglichen Folgen der eigenen Straffälligkeit, um die Sensibilität der Klienten für ihre persönliche Gefährdungssituation nachhaltig zu erhöhen. Darüber hinaus soll das Gruppenverständnis gefördert und ein Gemeinschaftsgefühl unter den Teilnehmern gestärkt werden. Durch den unmittelbaren Einblick in den Haftalltag und die direkte Begegnung mit Inhaftierten werden die Teilnehmer auf eindringliche Weise mit den Realitäten einer Freiheitsstrafe konfrontiert. Ziel ist außerdem die Reflexion des bisherigen eigenen Verhaltens sowie die gemeinsame Erarbeitung von Entscheidungshilfen für einen straffreien weiteren Lebensweg.
Mehrere aufeinander aufbauende Phasen gliedern das Projekt: Etwa zwei Tage vor dem Besuch findet eine Vorbesprechung mit den Klienten – in der Regel rund acht Teilnehmer – in den Diensträumen der Bewährungshilfe statt, geleitet von den zuständigen Projektleitern. Rund eine Woche nach der Maßnahme erfolgt eine strukturierte Nachbesprechung zur Verarbeitung der Eindrücke.
Der Kernbestandteil ist ein ganztägiger Besuch in der JVA Geldern an einem Samstag, der in Anwesenheit von Vollzugspersonal durchgeführt wird. Zu Beginn wird ein Klient ohne vorherige Ankündigung an der Pforte abgeführt, in Anstaltskleidung eingekleidet und für etwa eine halbe Stunde in eine Zelle eingeschlossen – eine bewusst eingesetzte Konfrontationserfahrung.
Anschließend treffen alle Teilnehmer im Besucherraum auf die Inhaftierten der sogenannten Puschmanngruppe, die sich gegenseitig vorstellen. Die Gefangenen schildern ihren Haftalltag unter anderem anhand eines Vortrages zum Thema „Leben hinter Gittern“ sowie durch persönliche Berichte. Es folgt eine Haftraumbesichtigung und ein gemeinsames Mittagessen. Den Abschluss bildet ein offenes Gespräch, in dem die Inhaftierten ihren Lebensweg und ihre Straftaten offenbaren, Parallelen zum Werdegang der Klienten aufzeigen und diese gezielt zur Reflexion ihrer eigenen Lebensgeschichte auffordern.
Ansprechpartner
Jana-Tabea Acker
Tel: 0203 / 30 526 – 24
E-Mail: jana-tabea.acker@lg-duisburg.nrw.de
Dana Herrmann
Tel: 0203 / 48 478 – 17
E-Mail: dana.herrmann@lg-duisburg.nrw.de