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BwH – Verein zur Förderung der Bewährungshilfe Duisburg e.V.

AhGT-Projekt

Anti-häusliche Gewalt-Training

Lösungsstrategien

Beziehungsaufbau und Selbstreflektion

Häusliche Gewalt stellt eine besondere Form von Aggression dar, die sich im engen sozialen Umfeld entfaltet und daher spezifische pädagogische und therapeutische Ansätze erfordert.

Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, wurde das bestehende Anti-Gewalt-Training (AGT) gezielt weiterentwickelt und an die Bedürfnisse von Tätern häuslicher Gewalt angepasst.

In den letzten Jahren war auffällig, dass immer häufiger Teilnehmer in den Gruppen sind, welche wegen häuslicher Gewalt zu einer AGT-Auflage verurteilt wurden. Aus diesem Grund haben wir uns als Trainer intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, einschlägige Fachliteratur gesichtet und an spezifischen Schulungen zu diesem Thema teilgenommen. Auf Basis dieser Erfahrungen haben wir ein neues Konzept entwickelt, das gezielt auf die besonderen Bedürfnisse und Problematiken im Kontext häuslicher Gewalt ausgerichtet ist.

Im Wesentlichen ähnelt das Training dem bewährten AGT-Format, jedoch wird ein deutlich stärkerer Fokus auf das häusliche Umfeld und die damit verbundenen Beziehungsdynamiken gelegt. Durch eine homogene Gruppenkonstellation – also die gezielte Zusammenstellung von Teilnehmern mit vergleichbaren Delikthintergründen – kann die Schamgrenze der Teilnehmer herabgesetzt werden. Dies ermöglicht einen effektiveren Aufbau von Vertrauen und erleichtert es den Teilnehmern, sich zu öffnen und ehrlich über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Die Trainingsdauer beträgt fünf bis sechs Monate, bei einer mehrstündigen Gruppensitzung pro Woche. Zentrale Elemente sind die Erstellung eines individuellen Notfallplans, die Förderung von Empathie gegenüber Betroffenen sowie die Bewusstmachung der tatdynamischen Faktoren, die zum übergriffigen Verhalten geführt haben. Die Teilnehmer erlernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, persönliche Grenzen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Ergänzende Einzelgespräche und praxisorientierte Übungen stärken den Beziehungsaufbau und fördern die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Die Teilnehmer werden konstruktiv mit ihrem Verhalten konfrontiert und darin geschult, frühestmögliche Lösungsstrategien zu entwickeln und im Alltag anzuwenden.

Das Training richtet sich an Probanden der Bewährungs- und Gerichtshilfe, die nach dem Erwachsenenstrafrecht wegen Körperverletzung im häuslichen Kontext vorbestraft sind. In begründeten Ausnahmefällen können auch Heranwachsende ab 20 Jahren, die noch nach dem Jugendgerichtsgesetz verurteilt wurden, teilnehmen. Nach Möglichkeit sollte eine gerichtliche Weisung vorliegen. In diesem Fall wird der zuständige Richter bei einem Trainingsabbruch des Klienten umgehend informiert.

Ansprechpartner

Das Training wird durchgeführt
von den Antigewalttrainern:

Stefan Koch
Tel: 0203 / 30 526 – 34
E-Mail: stefan.koch@lg-duisburg.nrw.de

Zoran Kokotovic
Tel: 0203 / 30 526 – 35
E-Mail: zoran.kokotovic@lg-duisburg.nrw.de

Stefanie Lison
Tel: 0203 / 30 526 – 32
E-Mail: stefanie.lison@lg-duisburg.nrw.de

Marius Belina
Tel: 0203 / 30 526 – 33
E-Mail: marius.belina@lg-duisburg.nrw.de